Blutegeltherapie für Hund und Pferd

Die Anwendung von Blutegeln als Therapiemethode hat eine lange Tradition und wird vielseitig im Bereich der Medizin eingesetzt. Speziell gezüchtete medizinische Blutegel kommen dabei zum Einsatz und werden gezielt an bestimmten Stellen auf der Haut platziert.

In Deutschland gelten medizinische Blutegel als rezeptfreies, aber apothekenpflichtiges Arzneimittel. Der Bezug dieser Blutegel ist ausschließlich über die Apotheke möglich. Ich benötige von Deinem Tierarzt eine Behandlungsverordnung, um diese Therapie an Deinem Tier durchführen zu können. (Vordruck lasse ich Dir zukommen).

Die Blutegel werden entweder direkt auf die zu behandelnden Stellen platziert, wie beispielsweise an entzündeten Gelenken oder Abszessen, oder aber auch an spezifischen Akupunkturpunkten. Während des Saugvorgangs geben die Blutegel verschiedene Substanzen ab, die eine Vielzahl von Effekten im Körper des Patienten auslösen. Dazu gehören unter anderem die Hemmung der Blutgerinnung, die Erweiterung der Blutgefäße, die Beschleunigung des Lymphflusses, die Reduzierung von Entzündungen sowie die Linderung von Schmerzen. Der Biss eines Blutegels wird in seiner Empfindung mit einem Insektenstich verglichen und variiert je nach Individuum. Nach kurzer Zeit wird die Bissstelle betäubt, was dazu führt, dass Pferde und Hunde die Therapie in der Regel gut vertragen.

Kurz und gut:

Blutegel können schmerzlindernd, entzündungshemmend, durchblutungsfördern, entspannend und antibiotisch wirken. Sie fördern den Lymphstrom und den venösen Abfluss. 

Und das alles, ohne die inneren Organe zu belasten.

Anwendungsgebiete

Hund

·         Abszesse

·         Arthrose

·         Bänderzerrung

·         Ekzeme (Leckekzem)

·         Entzündung der Gesäugeleiste

·         Gelenkdysplasie (HD und ED)

·         Hämatome

·         Hautentzündungen

·         Narbenbildung (nach Kastration etc.)

·         Ödeme

·         Spondylose

·         Verletzungen

·         Wundheilungsstörungen

Pferd

·         Ataxien

·         Arthrose

·         Gallen

·         Hautveränderungen (Sommerekzem)

·         Hufrehe

·         Hufrollenentzündung

·         Mauke

·         Narben

·         Ödeme

·         Phlegmone

·         Satteldruckstellen

·         Sehnenpathologien

·         Spat

·         Verletzungen

·         Wundheilungsstörungen

Ablauf der Blutegeltherapie

1.     Behandlungsverordnung und Rezept 
        des Tierarztes

2.     ausführliche Befragung des                                Tierbesitzers, Info über Medikamente              oder Produkte wie Ingwer, Knoblauch              oder Schwarzkümmel, diese müssen                ggfs. vorher abgesetzt werden

3.     Vorbereitung der Bissstelle, ggf.                         rasieren 

4.     Ansetzen der Egel

5.     Saugvorgang unter ständiger Kontrolle            (dauert 30-120 Minuten und kann nicht            unterbrochen werden), der Egel „fällt                ab“ wenn er fertig ist

6.     Nachkontrolle der Blutung

Vor der Behandlung ist folgendes zu beachten:

- das zu behandelnde Tier darf 24 Stunden vor der Behandlung nicht mehr gewaschen, gepudert oder gesalbt werden, weil die Egel sonst  an der entsprechenden Stelle nicht mehr beißen. Sie mögen keine Fliegensprays oder ähnliches
- gerinnungshemmende Medikamente müssen frühzeitig abgesetzt werden 
- die Wunden bluten noch bis zu 48 Stunden nach und sollten möglichst nicht abgedeckt werden 
- bei Hunden kann zum Schutz von Teppichen und Möbeln ggf. ein sehr leichter Verband angelegt werden